Ariane in USA

Fall Break Trip

20. Oktober 2010

So meine Lieben, da endlich mal wieder etwas erzählenswertes bei mir passiert ist, melde ich mich nun mal wieder.

Da es hier als Herbstferien ein verlängertes Wochenende gab, wollte ich das nutzen und etwas unternehmen. Netterweise hat Lorena, eine sehr liebe und lustige Amerikanerin, die bei mir auf dem Stockwerk wohnt, zusammen mit ihrem Freund Andy angeboten, mir und Vedita, einer Inderin, die ebenfalls hier wohnt, uns Mount Rushmore in South Dakota zu zeigen. Allen, denen Mount Rushmore nichts sagt, sagt sicher der Berg mit den vier eingemeißelten Präsidentköpfen etwas. Ja,  genau den sollten wir also gezeigt bekommen! Vedita und ich konnten es kaum erwarten!!!

Weil Lorena am Samstag noch arbeiten musste, konnten wir erst abends aufbrechen. Nach 3 1/2 Stunden Fahrt kamen wir kurz vor Mitternacht in North Platte an, wo Lorenas Familie wohnt und wir die Nacht über bleiben konnten. Doch viel Schlaf haben wir uns nicht gönnen können; am nächsten Morgen sind wir um 4 Uhr schon wieder geweckt worden und eine Stunde später saßen wir dann auch wieder im Auto Richtung South Dakota.  Nach circa 6 Stunden Fahrt und Überquerung einer Zeitzone (wir gewannen dadurch eine Stunde, aber es fühlte sich schon irgendwie komisch an, dass einfach ein Schild, an dem man vorbeifährt eine Stunde Unterschied machen soll) näherten wir uns Mount Rushmore. Unser Weg führte uns durch den schönen Custer State Park (obwohl ich immer noch nicht verstehe, wie man nach dem großen Verlierer der Schlacht am Little Big Horn einen so tollen Park benennen kann), wo ich auch zumindest zwei Bisons in freier Wildbahn entdecken konnte und durch die Black Hills. Jeder der die Bücher “die Söhne der großen Bärin” gelesen hat, wird nachvollziehen können, wie sehr ich mich darüber freute endlich den Schauplatz eines meiner absoluten Lieblingsbücher als Kind mit meinen eigenen Augen sehen zu können! Dann legten wir einen kurzen Zwischenstopp am Denkmal einem der berühmtesten und letzten Sioux-Krieger, Crazy Horse, ein. Dieses, ebenfalls in Fels gehauene Monument soll wohl das größte der Welt sein. Doch obwohl der erste Pickelhieb schon 1948 getätigt wurde, ist bis heute nur sein Kopf und sein ausgestreckter Arm fertig; von dem Rest des Oberkörpers und des Vorderteils des Pferdes ist noch nichts zu erkennen. Ich bin mal gespannt, wann bzw. ob jemals dieses Denkmal fertiggestellt werden wird. Aber wenigstens gestehen die Amerikaner den Indianern ein Denkmal zu, das muss ja auch mal gewürdigt werden!

Doch nun ging es endgültig zu Mount Rushmore! Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel sahen die fast weiß wirkenden Köpfe von Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln wirklich phänomenal aus!!! Aber auch so beeindruckend es aussah, in Realität wirken diese Köpfe gar nicht so groß bzw. kleiner als man es sich auf Bildern immer vorstellt. Nachdem wir viele Fotos von der Aussichtsplatform gemacht und Abraham Lincoln am Kinn gekrault hatten, begaben wir uns auf den “Presidential Trail” der uns durch Pinienwälder ganz nah unterhalb des Felsen vorbeiführte. Dort lernten wir nicht nur etwas über die Präsidenten, sondern stellten auch fest, dass Washington etwas schielt ;-)

Anschließend brachten uns Andy und Lorena zu “Cosmo”. Das steht für eine abgelegene Stelle im Wald, wo die Schwerkraft etwas verrückt zu spielen scheint. Dieser Ort wurde 1952 von zwei Jungs entdeckt und dann publik gemacht, denn dort neigen sich die Bäume alle in eine Richtung und es gibt viele optische Illusionen in einer kleinen Hütte, die ganz schief und krumm im Wald steht: Wasser scheint bergauf zu fließen, die Größenverhältnisse scheinen sich zu ändern, je nachdem wo man steht, ein Pendel zeigt nicht vertikal zum Boden und ein Tennisball bleibt völlig ruhig auf einer anscheinend schiefen Oberfläche liegen. Woran das Ganze liegt, weiß “man” nicht, es hat vermutlich bzw. angeblich etwas mit dem Magnetfeld zu tun, was hier gestört ist, aber vielleicht wurden wir auch nur mit optischer Illusion und verschiedenen Winkeln, die alles andere als 90 Grad sind, hereingelegt. Auf jeden Fall war es spannend und lustig. 

Nachdem wir kurz etwas gegessen hatten, fuhren wir in einen Wildtierpark, wo wir von unserem Auto aus Grizleybären, Büffel, Berglöwen, Rentiere und noch einige andere typisch nordamerikanische Tierarten begutachten durften. Es war echt toll, diese Tiere aus solcher Nähe sehen zu können, obwohl Lorena ständig Angst um ihr Auto hatte, weil sie - nicht zu Unrecht - befürchtete, dass ein Büffel oder Bär ihrem Auto zu nahe kommen könnte.

Nach über zwei Stunden dort, fuhren wir ziemlich müde ins Hotel. Trotzdem wollten wir eigentlich noch in den Wasserpark, der an unser Hotel angeschlossen war, aber nachdem wir erfuhren, dass dieser nicht inklusive war und wir für die verbleibenden anderthalb Stunden noch 38 $ zahlen sollten, entschieden wir uns dagegen und kauften stattdessen noch geschwind etwas zu essen. Den Abend verbrachten Vedita und ich auf unserem Zimmer, während Lorena und Andy ausgingen.

Der nächste Tag began für uns um 7 Uhr und nachdem wir gefrühstückt und ausgecheckt hatten fuhren wir zu “Wall Drug”, einem kleinen auf Westernstyle gemachten Touri-und Souvenirort. Dort bumelten wir etwas durch die Läden, machten lustige Fotos, aber vom Hocker gehauen hat mich dieser Ort nicht. Eigentlich hatten wir noch vor, dort ins Wounded Knee Museum zu gehen, aber als ich auf Postern Bilder von den “Badlands” gesehen hatte, die dort ganz in der Nähe sind, überredete ich die anderen dazu, dass wir doch lieber dorthin gehen sollten, bevor wir uns endgültig wieder auf den Heimweg machen mussten.

So fuhren wir also zum “Badlands National Park” und ich kann nur sagen die 15 $ Eintritt pro Person waren die Sache absolut wert!! Ähnlich wie beim Grand Canyon haben hier Luft, Wasser und Erosion zu bizarren Felsformationen geführt, die wirklich einfach nur atemberaubend sind. Ursprünglich wollten wir nur eine Stunde dort verbringen, weil wir ja noch acht Stunden Autofahrt vor uns hatten und Lorena nicht zu spät daheim ankommen wollte, weil auf sie noch ein Berg Hausaufgaben wartete, doch die Badlands zogen uns einfach in ihren Bann, denn nach jeder Kurve überraschte uns eine neue, überwältigenden Aussicht!! So wurde ganz schnell aus einer Stunde drei! Ich glaube, die Badlands waren mein persönliches Highlight des ganzen Trips!

Um halb 3 traten wir aber endgültig den Heimweg an, da wir ja auch noch Lorenas Klamotten, die sie auf dem Hinweg bei ihrer Mutter zum Waschen abgeladen hatte, wieder einsammeln mussten. Die Heimfahrt durch ein Indianerreservat und die wunderschöne Prärielandschaft war der perfekte Ausklang für diesen tollen Ausflug und schließlich kamen wir auch Abends um halb zwölf müde, aber heil und hochzufrieden in Lincoln wieder an.

Soweit mein Bericht. Ich hoffe, ich kriege es bald hin, Bilder zu verlinken, damit Ihr auch besser nachvollziehen könnt, was ich so erlebt habe.

Fühlt Euch alle ganz lieb gedrückt,

Eure Ariane

Update

24. September 2010

Also, hiermit melde ich mich kurz mal wieder aus dem momentanen kühlen Nebraska, was einem schon einen kleinen Vorgeschmack auf den Winter hier liefert.

Also, das Wetter wird eindeutig kühler und herbstlicher, auch wenn noch ein paar warme, sonnige Tage darunter sind, ist es mit dem Beachvolleyball spielen wohl endgültig vorbei. Aber dazu habe ich eh keine Zeit mehr, weil ich vollstens mit Arbeit für die Uni beschäftigt bin (wöchentliche Argumentationskritiken für Philo, Buchbesprechungen für Geschichte und grad noch mit meiner Hausarbeit für meinen Deutsch-Kurs hier). Also die letzten Wochen habe ich hauptsächlich mit Texten, Büchern und Microsoft Word verbracht, aber Tee trinken und andere Freundinnen, die auch lernen müssen und mit denen man dann sich zusammen irgendwo ein gemütliches Plätzchen sucht, machen das Ganz dann doch erträglich.

Daher gibt es auch nicht soviel Aufregendes zu berichten, außer dass ich vor drei Wochen bei einem Footballspiel unseres College-Teams war, was wirklich überwältigend war!!! Das ganze Stadion mit 85.500 Menschen ausverkauft, komplett in Rot (unsere Unifarbe), roten Luftballons, die beim ersten Touchdown losgelassen werden, den Cheerleadern, der riesigen Blaskapelle, die in der Halbzeit ihre Choreo aufgeführt haben etc. etc.

Ach ja, ich habe jetzt hier auch mit Taekwondo angefangen, damit ich wenigstens noch ein bisschen Kampfsport machen und mich mit anderen verausgaben kann und nicht nur ins langweilige Fitnessstudio rennen muss (was ich aber auch noch zusätzlich mache, weil Taekwondo nur zweimal in der Woche ist).

Ansonsten gibt es wirklich grad nix Spannendes zu berichten…

Fühlt euch alle ganz lieb gedrückt aus dem Cornhusker State!

6. September 2010

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6. September 2010

 

Hier ein paar erste Eindrücke

1. September 2010

Erste Uniwoche

30. August 2010

Das hier soll nur ein kurzer Rückblick über meine erste ganze Woche, in der ich zum ersten Mal meine Kurse hatte.

Generell kann ich nur sagen, dass meine Kurse sehr interessant sind und ich hoffe, dass ich wirklich viel lerne, aber zum anderen sind sie auch so arbeitsintensiv, dass ich nicht weiss, wie ich das alles schaffen soll (allein für einen Kurs muss ich mind. 15 Bücher lesen, zwei Buchbesprechungen à 6 Seiten abgeben, eine Diskussion leiten und ne Hausarbeit von 20 Seiten schreiben). Insgesamt hab ich vier Kurse: 1. International History of the 20th Century (das ist der Kurs mit den mind. 15 Büchern), dann 2. einen Deutsch-Kurs über Faust, indem ich ne Hausarbeit schreiben will, damit ich nicht noch ein Hauptseminar in Deutschland machen muss, 3. einen nicht so anspruchsvollen Ethik-Kurs, der aber sehr interessant ist, weil er sehr praktisch und anwendungsbezogen orientiert ist und 4. einen sehr anspruchsvollen Ethik-Kurs, aber bei dem ich hoffentlich auch viel lerne, weil wir da jede Woche uns mit einem Text, bzw. einem Argument auseinandersetzen müssen und auch da werd ich ne Hausarbeit schreiben. Also, ihr seht, ich bin hier ganz gut eingedeckt mit Arbeit; langweilig wird mir sicher nicht.

Obwohl ich wirklich motiviert bin und auch hier für die Kurse mein Bestes geben will und werde, versuche ich trotzdem auch das Leben hier zu geniessen, v.a. so lang das Wetter noch so schön ist. So spiele ich z.B. öfters mit ganz vielen anderen Internationals und Amis hier auf dem Beachvolleyballfeld, etwas, was man zwar nicht wirklich als richtiges Beachvolleyball bezeichnen kann, aber dafür umso lustiger ist, v.a. wenn man insgesamt mit 22 Leuten aus mind. 6 verschiedenen Ländern spielt.

Sonst war diese Woche noch “Zombie-Walk” in Lincoln, was nichts anderes ist, als dass sich groß und klein, jung und alt als Zombie verkleidet und wie bei Shaun of the Dead durch die Straßen von Lincoln humpelt, Opfer beißt und vom Militär “abgeschossen wird”. Einfach so, zum Spaß! Das war echt abgefahren, v.a. wen man gesehen hat, wieviel Mühe sich viele bei ihrer Verkleidung gegeben haben! Letztes Jahr hat diese Parade wohl zeitlich näher an Halloween stattgefunden, aber da war es wohl vielen schon zu kalt, deswegen haben sie ihn dieses Jahr nach vorne verlegt.

Ansonsten ist nichts spektakuläres passiert. Ich habe nur schon die Sportmöglichkeiten noch ausgetestet und festgestellt, dass mir mein Sport schon wahnsinnig fehlt. Momentan kann ich nur in so Gruppen-Fitness-Kurse gehen und ins Fitnessstudio, naja besser als nichts…

Ich hoffe, dass ich diese Woche dann auch dazu komme, ein paar Bilder vom Campus zu machen und hochzuladen, damit ihr euch besser vorstellen könnt, wie es bei mir so aussieht und was ich so erlebe.

Das war’s soweit mal wieder von mir, ich werde jetzt ins Bett gehen, weil ich morgen alle meine vier Kurse habe und das wirklich anstrengend ist.

Fühlt euch, wie immer, gedrückt!

Eure

Ariane

Mission: Walmart

30. August 2010

Dieses Erlebnis ist noch von meinem ersten Wochenende hier:

Da andere Internationals und ich noch einige elementare Dinge, wie Bettwäsche, Handtücher, Kleiderbügel etc. benötigten, beschlossen wir am Sonntag den nächsten Walmart aufzusuchen. Wir, das sind Joana, eine Französin, Suzan, eine Engländerin und Sören, ein anderer Deutscher (mit dem ich aber nur Englisch rede). Da Sonntags kein Bus dorthin fährt (ja, ihr habt richtig gelesen, die haben hier sogar etwas wie ein rudimentäres Bussystem und die Leute fahren hier sogar auch Fahrrad!!!) beschlossen wir, dorthin zu laufen, weil wir nicht noch länger auf eigene Bettwäsche verzichten wollten. Auf der Karte sah es auch soweit machbar aus, nur einmal rechts gehen und sonst immer nur grad aus. 
Jeder, dem wir gesagt hatten, dass wir dorthin laufen wollen, überrascht und skeptisch angeschaut hatte, so als würden sie uns für verrückt erklären. Als wir uns auf den Weg machten, verstanden wir auch warum und beneideten jeden Autofahrer in seinem klimatisierten Vehikel, denn die Mission Walmart, entpuppte sich als knapp zweistündige Wanderung in der prallen Sonne, entlang einer Highway ähnlichen Straße und mit umgerechnet 35 Grad im Schatten. Zum Glück hatten wir uns was zu trinken mitgenommen, weil die Sonne einem wirklich zu setzte, und Joana schon fast einen Sonnenstich bekam. Eigentlich wollten wir nach einer Stunde Marsch schon aufgeben, aber wir sagten uns jedes Mal: “noch bis zur nächsten Ecke, vielleicht sehen wir ihn dann.” Und irgendwann waren wir nur noch zu stolz, man kann es auch trotzig nennen, um vielleicht so kurz vor dem Ziel aufzugeben; vielleicht war uns auch schon alles egal geworden. Als wir schon die Hoffnung aufgeben hatten, tauchte endlich das sehnsüchtig herbeigesehnte Walmart-Zeichen vor uns auf. Völlig erschöpft, lernten wir zum ersten Mal die so kalten Klimaanlagen zu schätzen, bei denen man sich sonst fast einen abfriert und man draußen das schöne, warme Wetter genießt und es wieder zum Auftauen nutzt.

Der Rest ist schnell erzählt, im Walmart mussten wir uns mit der amerikanischen Betten-Methode auseinandersetzen (jetzt weiss ich auch endlich was ein “comforter” ist), was uns im Endeffekt auch gut gelang. Nachdem wir an der Kasse doch einiges an Geld für so lebensnotwendige Dinge haben liegen lassen müssen und wir mit unserem ganzen Krempel den Weg sicher nicht zu Fuß antreten wollten, haben wir uns ein Taxi gerufen. Nach einer dreiviertel Stunde warten vor dem Walmart - die Sonne hat uns schon wieder ganz scön brutzeln lassen - konnten wir endlich uns in die bequemen Sitze des Taxis fallen lassen und ganz gemütlich nach Hause kutschieren lassen…

Diese Lektion war uns äußerst lehrreich. 1. haben wir verstanden, warum hier jeder ein Auto hat v.a. mit Klimaanlage und 2. sollten wir das nächste Mal den Ortskundigen glauben, wenn sie uns sagen, dass es zu weit zum Laufen ist und 3. sowas wird uns nicht noch mal passieren!

Meine ersten Tage in Lincoln

24. August 2010

Meine lieben Daheimgebliebenen

 So, nun melde ich mich endlich. Die letzten Tage waren einfach so voller neuer Ereignissen und Erlebnissen und ich musste mich um soviel kümmern, wie z. B. um Internetzugang, dass ich schlichtweg nicht dazu kam, euch auf den neuesten Stand zu bringen.

Vorab: mir geht es gut und obwohl noch sehr vieles neu ist und ich noch nicht weiss, wie das alles werden wird, denke ich, dass ich mich sehr wohlfühlen werde!

Doch nun ein kleiner Rückblick über die vergangenen Tage: Bei meinem Flug kann ich nur sagen “same procedure as last time”. Es war nämlich wirklich wie bei meinem ersten Flug in die USA: Der Flug in die Staaten lief voellig problemlos und war puenktlich. Nur bei der Einreise stand ich wieder mal in einer ewig langen Schlange und hab um eine halbe Stunde meinen Anschlussflug verpasst. Aber da ich das ganze Prozedere schon kannte, hat mich das nicht weiter aufgeregt. Ich bin dann einfach zu meiner Airline und die haben mir ohne Probleme mein Ticket für den nächsten Flug nach Lincoln umgebucht, der glücklicherweise noch am selben Tag, drei Stunden später ging. Als eine größere Herausforderung stellte sich dagegen das Bescheid sagen bei der Uni heraus, dass ich später kommen würde. Diese Telefonzellen, wo man sogar seine Kreditkartennummer angeben muss, sind echt mal der letzte Mist. Anscheinend haben sogar die Amis damit Probleme, da mich als ich an der dummen Telefonzelle stand, sogar ein Ami gefragt hat, wie das Ganze funktionert. Aber was lange währt, wird endlich gut. Als ich dann schließlich abends ziemlich muede und fertig um viertel vor zehn Ortszeit in Lincoln ankam, wurde ich, zusammen mit anderen Internationals von dem Abholservice der Uni abgeholt und zu meinem Wohnheim gebracht.

ich merke grade, dass ich etwas zu ausführlich werde (interessant war’s nun auch wieder nicht ;-) ) daher versuche ich meine erlebnisse etwas mehr zusammenzuraffen.

Am Donnerstagmorgen habe ich mich erstmal meiner Koordinatorin vorgestellt, die hier fuer mich und andere Austauschstudenten der Ansprechpartner ist. Nachdem wir einige Dinge besprochen haben und sie mir gezeigt hat, dass ich mich fuer noch mehr Seiten, die hier für das Studentendasein nötig sind, anmelden muss, hatte ich den ganzen Nachmittag über einen Englischtest (nicht das ich schon extrem viel Geld für den TOEFL-Test zahlen musste, nein die Uni musste nochmal seperat feststellen, dass ich dazu fähig bin, an einer amerikanischen Uni zu studieren). Der Test war lang und anstrengend, vor allem, weil ich noch einen totalen Jetlag hatte und während des Tests fast eingeschlafen wäre. Zum Glück waren meine Ergebnisse dementsprechend, dass ich keine extra Kurse in Englisch zu besuchen brauche.

Der Freitag startete sehr früh mit dem offiziellen “Check-in” für die ganzen “Internationals” (mein Gott, gib’ts von uns viele, über 400 neue allein dieses Semester!!). Nach der Begrüßung vom Dekan der Uni (oder wie auch immer man das dementsprechend übersetzen will) began der “Info-Marathon”; sprich es folgten, mit einer kleinen Unterbrechung eines Mittagessen Präsentationen und Vorträgen über auf was man achten muss, was man tun muss, was man tun sollte und was man auf keinen Fall tun darf. Ich glaube, das meiste davon hab ich auch schon wieder vergessen :-D

Um halb sechs gab es dann die große “Convocation”, bei der alle Studenten der UNL zum Fußballstadion zitiert wurden, man gemeinsam einen Schwur auf UNL ablegen, eine Art Hymne singen musste und mit Hilfe der Reden, die an unseren Stolz, zu dieser Uni gehören zu dürfen und den Ausrufen wie “Mission: Red” (Rot und Weiß sind die Farben der Uni), “Go Big Red!” oder “Go Huskers!” (Nebraska ist der “Cornhusker-State, also nichts wirklich cooles, aber es wird zu was coolem gemacht und alle sind wahnsinnig stolz und patriotisch) wurden wir auf das neue Semester eingeschworen.  Anschließend gab es im Footballstadion, was direkt daneben ist und wirklich riiießig ist (18.000 Sitzplätze) die Performance der Marching Band, was eigentlich nix anderes ist als eine rießige Blaskapelle mit Fahnenschwingern, die während sie spielen, eine Choreo aufführen. Hört sich zwar nicht so aufregend an, war aber echt cool und beeindruckend zu sehen, wie soviele Leute koordiniert das Gleiche tun und nebenher noch ein ein Instrument beherrschen müssen!! Eigentlich ging es danach noch weiter mit der Verteilung von kostenlosem Essen, Infomaterial und Werbegeschenken, was alles zusammen “Welcome Party” genannt wird, aber ich war immer noch so jetlagged und müde, dass ich nach Hause in mein Zimmer geschlappt bin.

Den Samstagmorgen hab ich zunächst damit verbracht, mir Internetzugang zu verschaffen, was gar nicht so einfach war, aber schließlich - wie ihr seht - doch erfolgreich war. Dann hab ich schon angefangen die ersten Texte für meine Kurse zu lesen und abends bin ich dann mit den anderen Internationals wieder auf eine große Willkommensveranstaltung gegangen. Es ist schon unglaublich, was die Uni für die Studenten so alles auf die Beine stellt! So haben wir ne Show von nem Hypnotiseur (sagt man das so? ) gesehen, bei der ich zunächst gedacht hab, dass das alles nen abgekartetes Spiel war, aber wie die hypnotisierten ohne mit der Wimper zu zucken die lustigsten und peinlichsten Sachen gemacht haben, war echt zum Schießen komisch! Dann haben wir uns, nachdem wir noch mehr Werbegschenke eingesammelt haben (hab dadurch jetzt schon zwei T-Shirts) noch die Improvisationstheatergruppe der Schule angeschaut, die echt gut war.  Darauf folgte ein “Midnight-Pancake-Breakfast” mit Pancakes, Ahornsirup und Würstchen (In der Kombination von Essen sind die Amis nicht gerade wählerisch, oder sie haben ein anderes Verständnis dafür, was zusammen passt…). Bei der Party, die danach stattfand, kam man sich echt vor, wie im Teeniefilm. Die Mädels sind genauso hübsch, genauso geschminkt und verhalten sich auch so wie in allen High-School-Filmen; und genauso tanzen sie auch mit den Jungs…

So, das wars erstmal von meinen ersten Tagen hier. Welche Herausforderung der Sonntag bot und wie mein erster Tag mit Kursen war, folgt im nächsten Bericht. Hier nur noch ein paar Infos, die euch sonst noch vielleicht interessieren. Also mit meiner französischen Zimmermitbewohnerin verstehe ich mich bisher sehr gut, nur sehe ich sie momentan noch nicht so viel, da ihre Eltern noch bis Dienstag hier sind und sie sehr viel mit ihnen unternimmt. Ich wohne ganz zentral auf dem Campus und bin in fünf bis zehn Minuten überall, wo ich hin muss. Direkt vor meinem Wohnheim gibts ein Beachvolleybalfeld, was ich hoffentlich auch bald noch nutzen werde….Das Zimmer ist ok, nichts besonderes, meine Matratze muss ich noch irgendwie nach oben schrauben lassen, so dass ich ein Stockbett erhalte, damit ich meinen Schreibtisch darunter schieben kann, weil ich sonst nicht an ihm sitzen kann. Zum Glück ist das möglich… Das Bad ist auf dem Flur und im ersten Stockwerk gibts wohl eine kleine Küche, bei der leider nicht der Ofen funktioniert.  Es hat alles ein bisschen Jugendherbergscharakter, aber ich denke zum einen, dass ich mich für die Zeit hier damit arrangieren kann, es ist ja glücklicherweise nicht für immer und zum anderen, dass ich mich wohlfühlen werde, weil wir wohl von unserem Stockwerk auch viel zusammen unternehmen werden und alle bisher einen sehr freundlich sind. Ich habe auch schon ein paar ganz nette Leute kennengelernt und ich hoffe, es werden noch mehr!

Momentan muss ich noch ziemlich viel organisieren und bin mit Einleben beschäftigt, also wenn ihr nicht soviel von mir hört oder lest, seid bitte nicht enttäuscht.

Eure Ariane



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